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Medizinisches Plädoyer

Plädoyer aus ärztlicher Sicht für den Verzicht auf Händedruck in medizinischen Einrichtungen


Die Übertragung von Krankheitserregern von Patient zu Patient innerhalb medizinischer Einrichtungen weist ein gewaltiges Bedrohungspotenzial auf. Das Risiko für Komplikationen steigt bis hin zu erhöhten Sterblichkeit. Große Kosten entstehen durch die Behandlung. Groß ist auch der erforderliche Aufwand für technische und bauliche Veränderungen, die das Ziel haben, das Übertragungsrisiko zu minimieren.

Dies sind mehr als gute Gründe, den bedeutsamsten Übertragungsweg in den Fokus zu rücken, nämlich den Kontakt über die Hände. Im folgenden wird eine Kampagne vorgestellt, bei der Hände-Hygiene zu Ende gedacht wird. Flächendeckend wird zukünftig in einer der großen Kinderkliniken Deutschlands auf den Händedruck zur Begrüßung und zur Verabschiedung verzichtet. Sinn der Kampagne ist, das Konzept so zu vermitteln, dass die Umsetzung schnell, konsequent, umfassend, nachhaltig, das heißt z.B. auch in Notfallsituationen erfolgt. 

Zur Häufigkeit sogenannter nosokomialer Infektionen, d. h. der Erkrankung durch Krankheitserreger in medizinischen Einrichtungen, kann nur geschätzt werden. Aktuelle Zahlen reichen bis zu einer Million Betroffener in Deutschland pro Jahr. Alleine durch konsequente Umsetzung der Hände-Hygiene ist nach Meinung leitender Hygieniker bis zu einem Viertel dieser Komplikationen vermeidbar. Konsequente Händedesinfektion in allen definierten Situationen ist traditionell die Methode der Wahl – und höchstgradig effektiv. 

Dr. Thomas Nüßlein

Kinderklinik Koblenz

von Chefarzt PD Dr. Thomas Nüßlein,
Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen,
Kemperhof Koblenz